Freimaurerei FAQ
Einleitung
Wer kann Freimaurer werden?
Freimaurer kann grundsätzlich jeder erwachsene Mensch werden, der frei in seinen Entscheidungen ist und einen guten Ruf besitzt. Mit „frei“ ist dabei nicht in erster Linie ein äußerer Status gemeint, sondern die innere Unabhängigkeit: die Fähigkeit, das eigene Leben selbstbestimmt zu führen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
In der heutigen Praxis bedeutet dies, dass ein Interessent einen aufrechten Charakter, Gemeinschaftssinn sowie den Wunsch nach persönlicher Entwicklung und ethischer Orientierung mitbringen sollte. Herkunft, Beruf, Religion oder gesellschaftliche Stellung spielen dabei keine Rolle. Entscheidend ist nicht, was jemand ist, sondern wie er seinem Leben und seinen Mitmenschen begegnet.
Viele Logen in Deutschland arbeiten traditionell als Männerlogen. Daneben bestehen jedoch auch Frauenlogen sowie gemischte Logen in anderen Lehrsystemen. Unabhängig davon empfiehlt sich, dass das persönliche Umfeld – insbesondere der Lebenspartner oder die Lebenspartnerin – die Entscheidung mitträgt, da die Mitgliedschaft Zeit, innere Arbeit und regelmäßige Teilnahme am Logenleben bedeutet.
Wie kann ich Freimaurer werden?
Schon der Beitritt zur Freimaurerei nimmt die besondere Form dieses Bundes auf: Man kann nicht einfach Mitglied werden. Wer Freimaurer werden möchte, benötigt einen Bürgen, und über seinen Antrag wird innerhalb der Bruderschaft abgestimmt. Dies geschieht rituell und bindet den Aufnahmeprozess damit bereits in die Ritualarbeit ein.
Zudem sollte jeder Interessent seinen Wunsch gründlich überdenken. Deshalb wird empfohlen, vor einer Antragstellung möglichst viele Gästeabende zu besuchen – idealerweise auch bei unterschiedlichen Logen. Warum das wichtig ist, haben wir hier erläutert.
Hat der Suchende – wie die Freimaurer Interessenten nennen – eine passende Loge gefunden und den Entschluss gefasst, Freimaurer zu werden, benötigt er einen Bürgen. Dieser Bruder begleitet ihn nicht nur während des Aufnahmeprozesses, sondern auch in den ersten Jahren, bis er in den Meistergrad initiiert wurde. Der Suchende stellt nun einen schriftlichen Aufnahmeantrag, den sein Bürge bestätigt.
Danach laufen zwei Stränge parallel: Zum einen wird die Bruderschaft über den Aufnahmewunsch informiert – eventuelle Einwände müssen innerhalb einer festgelegten Frist vorgebracht werden. Zum anderen wird der Suchende von einem „Aufnahmeausschuss“ eingeladen. Dort erhält er weitere Informationen zur Freimaurerei, verbunden mit der Bitte, seine Entscheidung sorgfältig zu überdenken.
Viele Logen bitten zudem um ein gemeinsames Gespräch mit der Lebenspartnerin. Damit soll sichergestellt werden, dass sie die Entscheidung ihres Partners mitträgt – schließlich wird die Loge künftig den einen oder anderen Abend beanspruchen. Auf diesem Weg lassen sich auch mögliche Vorurteile gegenüber der Freimaurerei ausräumen.
Gibt es keine Einwände gegen eine Mitgliedschaft, wird im Ritual über den Beitritt abgestimmt. Diese Abstimmung unterscheidet sich deutlich von profanen Verfahren – sie ist ein integraler Bestandteil der freimaurerischen Arbeit. Wird der Aufnahme zugestimmt, erhält der Suchende eine Einladung zu seinem Aufnahmeritual.
Am Abend der Aufnahme wird der Suchende von seinem Bürgen zu Hause abgeholt und in das Logenhaus begleitet. Dort wird er Stunden erleben, die er nicht vergessen wird. Das kraftvolle, symbol- und inhaltsreiche Ritual der Aufnahme ist ein überwältigendes Erlebnis – ohne zu überwältigen. Es spricht alle Sinne und den Geist an und entfaltet seine Tiefe erst mit wiederholtem Erleben, dann als Bruder. Die gesamte Kraft und Schönheit der Freimaurerei bündeln sich in diesem einen Ritual.
Dieser Prozess kann mehrere Monate dauern. Das ist kein Zeichen von Zögerlichkeit oder Hinhaltetaktik, sondern notwendig, damit dieser Schritt von beiden Seiten – vom Suchenden ebenso wie von der Loge – wohlüberlegt und vollständig getragen wird.
Wie hoch sind die Kosten für die Mitgliedschaft bei Freimaurern?
Die finanziellen Beiträge unterscheiden sich von Loge zu Loge. Üblich ist ein monatlicher Mitgliedsbeitrag, der in Deutschland häufig im Bereich eines moderaten Vereinsbeitrags liegt.
Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für gemeinsame Veranstaltungen. Die Freimaurerei ist jedoch kein elitärer Bund im materiellen Sinne. Weder Wohlstand noch gesellschaftlicher Rang spielen eine Rolle. Entscheidend ist allein die Bereitschaft, sich persönlich einzubringen und regelmäßig am Logenleben teilzunehmen.
Kann man heute noch Freimaurer werden?
Ja. Die Freimaurerei ist keine historische Erscheinung, sondern eine bis heute lebendige Gemeinschaft. In ganz Deutschland arbeiten Logen regelmäßig und nehmen neue Mitglieder auf.
Der Aufnahmeweg ist dabei bewusst sorgfältig gestaltet und nicht auf Schnelligkeit ausgelegt. Die Mitgliedschaft wird nicht als vorübergehendes Engagement verstanden, sondern als langfristige Bindung, oft für das gesamte Leben. Entsprechend wichtig ist es, dass dieser Schritt von beiden Seiten getragen wird: vom Suchenden ebenso wie von der Loge.
Wer sich informieren oder erste Eindrücke gewinnen möchte, kann dies unverbindlich bei einem Gästeabend tun.
Was bringt es, Freimaurer zu sein?
Wer diese Frage stellt, meint meist einen äußeren Nutzen: berufliche Vorteile, Kontakte oder gesellschaftliches Ansehen. Die Freimaurerei verspricht all dies nicht – und sie strebt es auch nicht an.
Ihr „Gewinn“ liegt in einem anderen Bereich. Sie bietet einen geschützten Raum, in dem sich der Mensch mit grundlegenden Fragen seines Daseins auseinandersetzen kann: mit Herkunft und Ziel, mit Verantwortung, Freiheit, Schuld, Sinn und Maß. Ziel ist nicht Anpassung, sondern Selbsterkenntnis – nicht Belehrung, sondern innere Reifung.
Zugleich erfahren viele Brüder die Loge als eine selten gewordene Form von Gemeinschaft: verbindlich, respektvoll, getragen von Verschwiegenheit und gegenseitigem Vertrauen. Die Arbeit am „rauen Stein“, wie es im freimaurerischen Kontext heißt, geschieht nicht allein, sondern im Spiegel. Daraus erwachsen Standfestigkeit, innere Ruhe und ein bewussterer Umgang mit sich selbst und mit der Welt.
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Noch Fragen? – Lernen Sie uns persönlich kennen
Freimaurer in Hamburg kennenlernen: persönlich und unverbindlich
Sie interessieren sich für die Freimaurerei und möchten unsere Gemeinschaft näher kennenlernen? Unsere Gästeabende bieten Ihnen den idealen Einstieg. In vertraulicher Atmosphäre erfahren Sie mehr über unsere Arbeit, unsere Werte und das brüderliche Miteinander. Stellen Sie Ihre Fragen zur Freimaurerei, zum Aufnahmeweg oder zur Geschichte unserer Loge – wir begegnen Ihnen dabei offen, respektvoll und auf Augenhöhe.